Das große kleine Haus, genossenschaftliches Wohn- und Geschäftsgebäude, München
I. Projektdaten
| Ort: | München |
| Fertigstellung: | geplant Nov. 2026 |
| Nutzung: | 29 Wohneinheiten, Ateliers, Gewerbeflächen, Quartierscafé, gemeinschaftliche Multihalle, Co-Working |
| Bauherr/in: | Genossenschaft Das große kleine Haus eG |
| Architekt/in: | bogevischs buero architektur und stadtplanung GmbH, ARGE Teleinternetcafe |
| Primärkonstruktion: | Holzbau im "Wohnturm", Stahlbeton im Gewerbeteil |
II. Projektbeschreibung
Das Grundstück des genossenschaftlichen Neubaus mit Mischnutzung im Münchner Kreativquartier hat die Stadt München mit einem 80-jährigen Erbpachtvertrag an die Genossenschaft verpachtet. Auf einer Bruttogeschossfläche von etwa 4.000 m² befinden sich gemeinschaftliche Nutzungen, Gewerbeflächen und 29 Wohnungen im achtgeschossigen Turm. Eine außenliegend vertikale Erschließung, der sog. „Chaosweg“ verbindet die unterschiedlichen Nutzungen miteinander und ermöglicht die gemeinschaftliche Nutzung der Dachflächen. Das Vorhaben wurde mit 19 Befreiungen und Abweichungen genehmigt.
III. Kriterien Gebäudetyp-e
Ressourcenschonende Konstruktion
- Tragkonstruktion aus vorgefertigten Holzbauteilen im Wohnteil (Reduzierung der Bauzeit), nur wo erforderlich (Spannweiten, Kosten, Aufzugkern) wird Stahlbeton oder Stahl eingesetzt
- Einsatz von recycelten Bauteilen aus einer vor Ort vorhandenen Stahlhalle, Träger werden als Pergola auf Dachterrasse verwendet, Aussteifungen der Halle werden für Absturzsicherungen verwendet, Wellblech wird wieder als Fassade eingebaut, alte Türen werden wiederverwendet (abweichende Türhöhen im Hinblick auf Barrierefreiheitsanforderung)
Reduzierte Haustechnik
- Einsparung durch geringere Dimensionierung des Wärmeerzeugers anhand reduzierter Auslegung der Heizlast. Unterschreitung der DIN EN 12831 in der Norm Innentemperatur (Wohn/ Schlafbereiche 19°C anstatt 20°C, Bäder 21°C anstatt 24°C). Einsparung in der Auslegung der Heizlast des Heizkessels
- Durchschleifen der Einrichtungsgegenstände im Trinkwassernetz, dafür regelmäßige Nutzung alle 72 Stunden erforderlich (Einsparung von Rohrlängen)
- Feuchteschutz der Bäder mit ventilatorgestützter Abluft, Nachströmung über Fensterfalzlüfter
- Überspannschalter nur für gesamtes Gebäude, nicht je Wohnung
Reduzierter Schallschutz
- Abweichung vom bauaufsichtlich eingeführten Mindestschallschutz nach DIN 4109-1 (Bau-Schalldämm-Maß R’w der Wohnungstrenndecken wird um 4 dB unterschritten – 50 dB anstatt 54 dB), dadurch hölzerne Wohnungstrennwände durchlaufend ohne Vorsatzschalen möglich (weniger Baukosten) und mehr Wohnfläche (mehr Mieteinnahmen)
Ausstattungseinsparungen
- Sichtbeton (jedoch nicht in Sichtbetonqualität)
- Leitungen Aufputz verlegt
- keine Entwässerung der Balkone (Wasser fließt an Vorderkante ab)
- individueller, nachträglicher Ausbau durch Mieter
Reduzierter Stellplatzschlüssel
- Anzahl der Stellplätze auf 0,5 je Wohnung oder Gewerbeeinheit aufgrund eines Mobilitätskonzepts reduziert, dennoch Tiefgarage wegen begrenzten Grundstücks in innerstädtischer Lage erforderlich
- Abweichung von der vorgeschriebenen TG-Rampenneigung (anstatt 15% hier 22%, aber überdacht, Flächeneffizienz)
Kosteneinsparung
- Baukosteneinsparung (Gewerbe und Wohnen insgesamt) von ca. 11% gegenüber den geplanten Kosten (KG 300+400)
- Reduzierte Betriebs- und Wartungskosten aufgrund reduzierter Haustechnik erwartet
