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Das „Haus fast ohne Heizung“ ist als erstes Pilotprojekt „Gebäudetyp-e“ fertiggestellt. Am 05. November fand hierzu ein Festakt mit Vertretern der Stadt Ingolstadt, der GWG Ingolstadt, des Architekturbüros und des Bauministeriums statt.

Weitere Details zu dem Projekt finden Sie auf der Projektseite.

Staatsminister Bernreiter begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Moderatorin Eva Herrmann
© Edward Beierle

Beim Foyer-Dialog im Bauministerium wurde heute ein Schlaglicht auf den Gebäudetyp-e geworfen und diskutiert, wie es bei den Zukunftsthemen Wohnen und Bauen weiter gehen kann. Bayerns Bauminister Christian Bernreiter, Prof. Lydia Haack, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, Prof. Elisabeth Endres, Wissenschaftliche Begleitung der Pilotprojekte „Gebäudetyp-e“, Prof. Dr. Klaus Eschenbruch, Vorsitzender des DAV-Ausschusses Privates Bau- und Architektenrecht, Birgit Eckert-Gmell, Geschäftsführerin der IGEWO GmbH und damit Bauherrin eines Pilotprojekts in Augsburg Haunstetten und Ministerialdirektor Thomas Gloßner aus dem bayerischen Bauministerium haben sich über die ersten Erkenntnisse der Pilotphase, aktuelle Herausforderungen und zukünftige Chancen ausgetauscht.

Bauhelm mit Aufdruck "leben bauen bewegen" vor einem eingerüsteten Gebäude
© StMB

Der Workshop beginnt auf der Baustelle des Pilotprojekts „Das große kleine Haus“ im Münchner Kreativquartier. Schon jetzt sind die Fassade mit Recyclingbauteilen und erste Holzbau-Details sichtbar – ein bedeutender Schritt vom Konzept zur Realität. Herr Rainer Hofmann, Bauherr und gleichzeitig Planer (bogevischs buero), erklärt, welche Herausforderungen auf der Baustelle auftraten und wie diese erfolgreich gemeistert wurden.

Nach der Baustellenführung diskutieren wir über den Einsatz von Recycling- und innovativen Baustoffen. Das Fachreferat des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr zeigt Wege auf, wie tragende Bauteile wiederverwendet und neue Materialien in Gebäuden genutzt werden können. Eine Vertreterin des Baureferats der Landeshauptstadt München stellt anhand eines konkreten Projekts vor, wie Gebäude aus wiederverwendeten Stahlteilen entstehen können. Auch Palludi-Baustoffe werden beleuchtet: Professor Niklas Fanelsa von der Technischen Universität München und Marcel Burgstaller berichten über innovative Entwicklungen.

Zum Abschluss steht das Thema Monitoring auf dem Programm – denn ein Gebäude muss nicht nur in der Planung funktionieren, sondern auch in der Praxis. Das Monitoring hilft, die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen und wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte zu gewinnen.

Am 6. August 2025 hat Herr Bauminister Bernreiter die Baustelle des „Hauses fast ohne Heizung“ besichtigt. Weitere Details zu dem Projekt finden Sie auf der Projektseite.

Hinweisschild zum Workshop
© StMB

Diskussionsschwerpunkte waren der Gebäudetyp-e im städtebaulichen Kontext und das Zusammenwirken von Bauaufsicht und Kommune.

Der Vormittag war städtebaulichen Fragestellungen gewidmet. Wichtige Ergebnisse waren, dass Festsetzungen im Bebauungsplan so gestaltet werden müssen, dass sie im Sinne schlanker Bebauungspläne verschiedene zukünftige Szenarien berücksichtigen und einfaches Bauen ermöglichen. Diskutiert wurden der Einfluss des Immissionsschutzes auf die Planung. Es wurde die Frage aufgeworfen, wie Mischnutzungen vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Baugebietskategorien nach der Baunutzungsverordnung realisiert werden können oder ob hier gesetzliche Anpassungen erforderlich sind. Eine städtebauliche Betrachtung von Lärmkonflikten kann Erleichterungen und neue Lösungsansätze, insbesondere beim Gewerbelärm bringen. Die Bundesregierung plant mit dem Bau Turbo hierzu Änderungen im Baugesetzbuch.

Am Nachmittag diskutierten Frau Lippert, die Stadtbaurätin der Stadt Fürth, und Frau Kerstin Oertel, die stellvertretende Leiterin der Münchner Bauaufsichtsbehörde, der Lokalbaukommission, gemeinsam mit Vertretern der Pilotprojekte. Sie sprachen über die notwendigen Voraussetzungen, insbesondere gute Planung und klare Begründungen, um positiv über Ausnahmen und Befreiungen von Bebauungsplänen und sonstigen städtebaulichen Satzungen oder über Abweichungen vom Bauordnungsrecht entscheiden zu können.

Plenum 5. Workshop Gebäudetyp-e
© StMB

Die Beteiligten der Pilotprojekte Gebäudetyp-e setzten sich mit den Anforderungen des Schallschutzes im Hochbau sowie mit der Auslegung der Heizlastberechnung und Raumtemperatur auseinander. Diese Themen haben Sachverständige der Bayerischen Ingenieurekammer, Herr Dr. Thomas Hils und Herr Alexander Lyssoudis, in ihren Vorträgen beleuchtet. Außerdem stand die FAG-Förderung im Schulbau auf der Agenda, die gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern diskutiert wurde. Zum Abschluss präsentierte Herr Michael Munske, Leiter des Amtes für Bauordnung und Hochbau im Amt für Stadtentwicklung und Wohnen in Hamburg, den kürzlich veröffentlichten Hamburg Standard. Die gemeinsame Zielrichtung in unterschiedlichen Herangehensweisen in Bezug auf den Gebäudetyp-e in Bayern bereicherten die Diskussion und den Austausch.

Am 24. Februar 2025 ist die Grundsteinlegung des Wohn- und Geschäftshauses der Genossenschaft Das große kleine Haus eG gefeiert worden. Als eines der ersten Pilotprojekte Gebäudetyp-e startet das Bauvorhaben in die Bauphase.

Der Workshop konzentrierte sich auf zwei Hauptthemen: staatliche Wohnraumförderung und Brandschutz. Im Zusammenhang mit den Wohnraumförderbestimmungen (WFB2023) wurde eine kritische Auseinandersetzung mit den Anforderungen angestoßen, bei der sowohl die aktuellen Bestimmungen hinterfragt als auch konstruktive Lösungsansätze für Abweichungen erörtert wurden. Der Nachmittag widmete sich den Brandschutzkonzepten der Pilotprojekte. Dabei wurden Herausforderungen, die im Zusammenhang mit Brandschutzanforderungen und -verfahren auftreten, zum Beispiel die Verwendung brennbarer Dämmstoffe im Holzbau, diskutiert.

Im Fokus der Diskussion des Workshops stand die Ausgestaltung von Verträgen im Kontext des abweichenden Bauens. Nach Informationen durch das Deutsche Institut für Normung über die Entstehung von Normen, den Aufbau von DIN-Normenausschüssen sowie deren Einflussmöglichkeiten stellte das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen die Leitlinie und Prozessempfehlung zum Gebäudetyp E vor. Die Bayerische Architektenkammer informierte über den Entwurfsstand des Gebäudetyp-E-Gesetzes und die Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Es wurde diskutiert, welche Aspekte bei der Vertragsgestaltung in Bezug auf Abweichungen von anerkannten Regeln der Technik zu beachten sind. Abschließend wurden im Rahmen des staatlichen Pilotprojekts der Bayerischen Theaterakademie Fragen zu Vergabeverfahren erörtert.

Der zweite Workshop befasste sich mit verfahrensrechtlichen Fragen hinsichtlich der Möglichkeiten von Abweichungen von der Bayerischen Bauordnung (BayBO) zur Erprobung neuer Bau- und Wohnformen und der Befreiungsmöglichkeiten im Gebäudeenergiegesetz (GEG) bei Vereinfachungen in der Haustechnik und Konstruktion am Beispiel des Pilotprojekts der IGEWO in Augsburg. In der Diskussion wurden insbesondere auch die Anforderungen an den Schallschutz als Faktoren identifiziert, die die Komplexität im Bauwesen erhöhen und weiterverfolgt werden müssen.

Im ersten Workshop unter der Leitung von Frau Prof. Elisabeth Endres gaben die Themen „Neue Standards im Schulbau“ der Montag-Stiftung Jugend und Gesellschaft sowie die Vereinfachungsmöglichkeiten von Lüftungs- und Heizsystemen in Schulen und Wohngebäuden erste Impulse. Anhand von Beispielprojekten wurde gezeigt, wie durch gezielte Abstimmung von Struktur und Technik Systeme vereinfacht und sowohl wirtschaftlich als auch energetisch optimiert werden können. Der Workshop bot den Teilnehmenden zudem eine Plattform zum Austausch von Fachwissen und zur Diskussion zukünftiger Lösungsansätze, die in zwei Kategorien unterteilt wurden: Prozesse, Verfahren und Verträge sowie fachspezifische Themen.

Amtschef Dr. Thomas Gruber bei der Begrüßung der Bauherren und Architekten der 19 Pilotprojekte zum "Gebäudetyp-e" im Bayerischen Bauministerium.
© StMB/ Thomas Winszczyk

Zum Start der Pilotprojekte "Gebäudetyp-e" fand am 15. Dezember 2023 eine Auftaktveranstaltung im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in München statt, bei der die Teilnehmer ihre Projekte und Ziele vorgestellt hatten.